Just in Time 3 - Johannes (Jit3) auch als CNC-Bausatz bei nurfluegel-modelltechnik

Eine Modellvorstellung von Dr. H.J. Unverferth

Der Jit3 ist in den letzten Monaten (Stand 09.2005) entwickelt worden, um dem spürbar zunehmenden Wunsch vieler NF-Interessenten nach einem einfach zu bauenden und zu fliegenden Pfeilflügel zu entsprechen. Der Jit3 ist mit einer Spannweite von 205cm, einer Flächentiefe von 20cm und einem 9% dicken Profil in einem Gewichtsbereich (850-1000gr) angesiedelt, der aufgrund der geringen Masse ein langes und "ermüdungsfreies" Fliegerdasein verspricht. Die Kombination aus hohem Pfeilwinkel (30%) und symetrischem Profil sorgt für ein äusserst neutrales und stabiles Flugverhalten, das besonders den Einsteiger in den Nurflügelbereich entgegen kommt. Der bis auf den Holm kohlefaserfreie Aufbau des Flügels ermöglicht eine Unterbringung der Empfängerantenne in einer Flügelhälfte (Nasenleiste), die absolute Bauhöhe des Profils auch die Verwendung von "Billig-Servos". Die Einstellung der erforderlichen Schwerpunktlage geschieht durch Verschieben/Fixieren des Akku/Empfängers, so dass das Überflüssigste an unseren Flügeln, das Trimmblei, tatsächlich überflüssig bleiben darf.

Der benötigte Kernsatz aus DQ-Zell 17 kann-lässt man ihn nicht schneiden kann er sehr präzise selbst gefertigt werden, da er ohnehin in vier Teilen erstellt werden muß: die Schränkung von -7mm beginnt erst ab der Halbspannweite. Wir haben unseren Jit3 in der bewährten PVC-Folien-Positiv-Bauweise erstellt. Die Außenhaut bilden dabei ein +/-45 Grad orientiertes 80gr. Glas-Leinengewebe, sowie ein +/-90 Grad orientiertes 105g/qm Glas-Köpergewebe, dessen spezifische Bindung für eine ausreichende Druckfestigkeit sorgt. Die Biegekräfte übernimmt ein 7mm x 1mm dimensioniertes Hochmodulfaser-Carbon-Halbzeug, das einfachst oben und unten auf ein 7mm breiten balsa-Steg aufgeklebt(Sek. Kleber) und in den Kernesatz eingelassen wird. Im hinteren Bereich schließt ein 4 mm breiter Balsasteg 10mm bevor die klappen beginnen den Basisflügel ab. Die Steckung überlassen wir dann einem 8mm Durchmesser Carbonstab, sowie einem 3mm Durchmesser Stahl als Torsionssicherung.
Die Winglets besitzen das Profil des Hauptflügels und werden gemäß Skizze nach hinten versetzt, ohne jede Schränkung, Aufstellung, oder sonstigen Unfug.

Und nun für alle Unbelehrbaren: Ja, ja! Natürlich kann man auch ein 4mm Balsa - Brett da dranschrauben. Ebenso wie 16 Lagen harzverklebtes Klopapier, oder eine Ansichtskarte von Oberammergau. Es mag ein schöner Ansatz sein zeigen zu wollen, was alles "geht". Unsere Frage dagegen lautet: Was geht besser? Verlieren wir einige Worte über Auslegungsphilosophie und Einsatzgebiete des Jit3. Die Idee, symmetrische Profile an rückgepfeilten Nurflügeln zu verwenden, stammt von John Jost. Sie ist so einfach, wie genial. Ersparen wir uns doch alle Probleme, die wir uns mit der Festlegung auf S-Schlag-oder cm null-negativ-charakteristische Profile einhandeln. Stellen wir doch unser "neutrales" Flügelprofil mit Hilfe von Wölbklappen auf den Einsatzbereich ein, den wir wünschen. Ende der Achziger Jahre experimentierte neben uns Curt Weller in Wien intensiv mit dieser Auslegungskonzeption. Für die F-3-B windenstartfähigen Auslegungen gingen wir dann andere Wege. Erläuterungen wären hier fehl am Platze, viel zu viele Gründe waren zusammen gekommen.

Die Wiederaufnahme dieser Auslegungsphilosophie für, ich betone:, einen kleinen, NICHT-F-3-B-windentauglichen NF, der in der Ebene schon mit eienm leichten Gummi gestartet, geflitscht werden kann, oder seine Stärken in einem weiten Windgeschwindigkeitsbereich am Hang zu beweisen vermag, verdankt sich unseren überaus positiven Erfahrungen mit hohen Pfeilungswinkeln, vor allem aber mit einer Profilentwicklung von Johannes W. Leinauer. Wären wir jetzt "Profile-Gurus", so würden wir von "laminaren Laufstrecken","Druckverteilungen" und "Klappeninduzierten Momentenwanderungen" reden. Zum Glück haben wir von alldem keine Ahnung, finden es aber witzig, den Flügel unkritisch auf dem Rücken in den Hang werfen zu können. Es stört mich nicht, dass die Innenloops so eng wie die Aussenloops kommen; und auch ein veritables Thermikannahmeverhalten, das sich einem einfachen Handling der Wölbklappen verdankt, verachten wir nicht ohne weiteres.

Aber vieleicht erahnt Ihr einiges schon beim Blick in die Skizze! Bleibt mir ein Wort zu Skizze, Nachbauten und Einstelldaten.

Liebe Freunde, bei rückgepfeilten Flügeln kann es sehr schnell geschehen, dass eine kleine Bauungenauigkeit erhebliche Konsequenzen nach sich zieht. Dann heißt es auf einmal, der angegebene Schwerpunkt funktioniert überhaupt nicht, oder auch: unfliegbar!
Bitte meßt Eure Flügel nach, richtig, die Ochsentour: Faden nehmen, die hintersten Punkte des Flügels verbinden, Abstand zum Schnittpunkt der Nasenleisten ermitteln, u.s.w.! Es lohnt sich!

Einstelldaten:

Anmerkung:
Die WK wirkt mit leichtem Aufrichtmoment, eine leichte Tiefenruderbeimischung solltet Ihr ausprobieren. Zur Erzielung der notwendigen Ausschläge sollte die WK unterseitig angeschlagen werden. Flächenbelastung unabhängig vom RC-Equipment 21-25qdm. Lage des "Flitschen"-Hakens (emc-mega-rubber, 7,5m lang):1x mittl. Flächentiefe = 20cm vor dem Schwerpunkt an der linken Rumpfseitenwand.


Das Originaldokument von Dr. H.J. Unververt, zum privaten Nachbau. Gewerblicher Nachbau und Vertrieb nur mit Genehmigung von Herrn Dr. Unverferth!